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Die meravis GmbH mit den Geschäftsbereichen Vermietung, Immobilien-Neubau und -Verkauf sowie Immobilienverwaltung, betreut rund 15.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten vor allem in Hannover, Hamburg und Nordrhein-Westfalen.
Sie befinden sich hier: PrivatkundenMietenTipps & RatgeberEnergieausweise
Über mehrere Jahre wurde in Deutschland darüber gestritten, was ein Energiepass können soll bzw. können muss.
Dass das „Energiesparen“ eine ganz wichtige Sache ist, ist unstreitig, denn die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren Konzentration in instabilen Weltregionen macht sich in unserem Energiealltag immer mehr bemerkbar. Drastische Preissprünge sind die Folge und wir Alle sind betroffen. Hinzu kommt aber auch, dass die Mehrheit der Verbraucher in Bezug auf den individuellen Energiebedarf unaufgeklärt ist. Noch werden in Deutschland 47 Prozent der Energie ausschließlich für das Beheizen von Räumen genutzt und davon verpuffen wiederum 80 Prozent. Schuld daran sind nicht nur offene Fenster und Türen, zu hohe Zimmertemperaturen oder halbherziges Durchlüften, auch der Gebäudezustand, wie u. a. undichte Fenster oder unzureichende Wärmedämmung an Dächern und Fassaden, sorgen für diesen Energieverlust und damit für höhere Kosten.
Der Energiepass soll nun helfen, den „Energiewert“ eines Gebäudes bzw. einer Wohnung zu verdeutlichen und damit Anstoß zum besseren Umgang mit Energie liefern.
Zwei unterschiedliche Versionen des Energieausweises finden in der Praxis Anwendung.
Da gibt es den sogen. bedarfsorientierten Energieausweis, der Wärme- und Anlageverluste sowie ein theoretisches Nutzerverhalten mit einem Normverbrauch pro m² Nutzfläche berechnet. Wichtig für eine korrekte Ermittlung dieser Daten ist die richtige Aufnahme der realen Gegebenheiten. Dabei passieren allerdings die meisten Fehler. Drei Faktoren, wie die falsche Aufnahme des Gebäudevolumens, die mangelnde Qualität der Gebäudehülle (Fassade) und die „Wirkung“ der Heizungsanlagen können Ergebnisse massiv verfälschen. Ein Problem kommt hinzu, die gewonnenen Erkenntnisse sind überwiegend abstrakter oder theoretischer Natur.
Ganz anders sieht es hingegen beim verbrauchsbasierten Ausweis aus. Dieser berücksichtigt vor allem den realen Verbrauch in Verbindung mit einem realen Nutzerverhalten. Denn der beste Indikator für den Verbrauch ist der Verbrauch. Diese Daten sind jährlich wiederkehrend verfügbar. Eine Analyse der tatsächlichen Verbrauchsdaten liefert eindeutige Hinweise auf sogen. „Ausreißer“ nach oben und nach unten, sowohl auf der Wohnungsebene wie auch im Vergleich zwischen den Liegenschaften. Mit solchen Ergebnissen kann sowohl der Eigentümer als auch der Nutzer durch geeignete Feinsteuerungsmaßnahmen die Verbrauchssituation verbessern. Denn Energiesparen ist im doppelten Wortsinne auch „Ein-stellungssache“.
Zur Klarstellung bzw. Verdeutlichung noch ein Beispiel:
„Wie viel Benzin das eigene Auto verbraucht, wissen die meisten, was die eigene Wohnung jedoch an Energie `schluckt`, können nur wenige sagen.“ Mit dieser Aussage wirbt die Deutsche Energie-Agentur (dena) für den von ihr mit Gütesiegel versehenen bedarfsorientierten Energieausweis – und hat damit recht.
Fast jeder Autobesitzer kennt den Benzinverbrauch seines Fahrzeuges, den von den Herstellern „unter Laborbedingungen“ ermittelten Durchschnittsverbrauch kennen dagegen die wenigsten, weil er auch nicht dem tatsächlichen Verbrauch im Alltagsverkehr entspricht.“ So verhält es sich mit dem bedarfsorientierten Energieausweis. Er weist einen auf Basis normierter Werte berechneten Endenergiebedarf aus, der – so die Erfahrungen der Praxis – mit der Realität häufig wenig zu tun hat. Weder berücksichtigt er das Verbrauchsverhalten der Nutzer, noch bezieht er energieeffizienzsteigernde Maßnahmen wie zum Beispiel den hydraulischen Abgleich, die Heizkostenverteilergesteuerte Fernwärmeregulierung, die Heizwassermengendurchflussbegrenzung, den Einsatz elektronischer Thermostatventile oder die regelmäßige Überprüfung der Brennereinstellung durch qualifizierte Kräfte ein.
Die Aussagefähigkeit für Mieter, die in erster Linie die zu erwartenden Heizkosten interessiert, ist demzufolge sehr begrenzt. Besonders ärgerlich ist es jedoch, wenn auf Basis der tendenziell höheren Energiebedarfswerte Modernisierungsempfehlungen in Erwartung höherer als tatsächlich realisierbarer Einsparungen umgesetzt und damit auch falsche Rentabilitätsannahmen zugrunde gelegt werden. Daraus entstehen dann u. U. - nicht zu vergessen - auch beträchtliche Modernisierungsmieterhöhungen.