Das Comeback des Jahres: Makramee

Sie kommt aus dem Orient und hatte in den 70er Jahren ihren ersten großen Aufritt in Deutschland: Die Knotentechnik Makramee ist – mit einem Update fürs Jahr 2021 – zurück! 

Elegant, natürlich und stylisch zugleich passen Makramee-Accessoires perfekt in den Do-it-yourself- und Natürlichkeitstrend und verschönern sowohl Balkon als auch Innenräume. Unsere DIY-Expertin Sarah weiß natürlich, wie’s geht – und hat uns bei meravis alle mit ihrer Knotenliebe angesteckt.

Text und Idee: Sarah Renziehausen

Materialien

  • Makramee-Garn (Baumwollkordel, 3 mm dick)
  • Maßband
  • Schere
  • Holzring
  • Holzperlen (optional)
  • Glas, Vase oder Schale
Abbildung 1

So wird’s gemacht:

Von dem Makramee-Garn drei Fäden mit jeweils zwei Meter Länge und drei Fäden mit jeweils vier Meter Länge sowie zwei kürzere Stücke von jeweils 40 Zentimeter Länge abschneiden.

Die zwei und vier Meter langen Garnstücke abwechselnd durch den Ring fädeln, so dass die Mitte des Fadens genau im Ring liegt.

Alle Fäden zusammennehmen. Einen der 40 Zentimeter langen Fäden eng am Ring im Wickelknoten um alle Fäden wickeln.

(siehe Abb. 1: Wickelknoten)

Dafür eine Schlaufe des 40 Zentimeter langen Fadens auf den Strang aus Fäden legen – der geschlossene Teil der Schlaufe zeigt dabei nach unten, der Anfang des Fadens nach oben. Faden fest und eng immer wieder um den Garnstrang samt Schlaufe wickeln. 

Nach etwa fünf Zentimetern das Ende des Fadens durch die herausragende Schlaufe stecken, an beiden Garnenden anfassen und den Knoten behutsam festziehen. Nun können die Enden des Wickelknotenfadens abgeschnitten werden. 

Weiter geht es nun in drei Strängen. Dazu die Fäden in drei Stränge mit jeweils zwei kurzen und zwei langen Fäden teilen

(siehe Abb. 2)

Die kurzen Fäden sind dabei die passiven Fäden, die die Knoten halten. Sie werden – pro Strang – in die Mitte gelegt. Die langen Fäden sind die aktiven Fäden. Die werden zum Knoten verwendet und nach außen gelegt.

Im ersten Schritt werden alle drei Stränge in der Spiralknoten-Technik geknotet.

(siehe Abb. 3: Spiralknoten)

Der linke Faden wird nach rechts über die beiden mittleren Fäden gelegt, der rechte Faden über diesen und dann unter den mittleren Fäden hindurch nach oben durch die entstandene Schlaufe geführt. Jeden Knoten leicht – nicht zu fest – anziehen. Diesen Knoten pro Strang 15 Mal wiederholen.

Schon nach etwa fünf Knoten wird deutlich, wie sich der Strang leicht in sich verdreht. Das ist genau das, was wir erreichen wollen! Jeden der drei Stränge auf diese Weise mit 15 Knoten zu etwa fünf Zentimeter langen Spiralen verknoten. 

Mit etwa zwölf Zentimeter Abstand zum letzten Spiralknoten wird nun jeder Strang mit einem Kreuzknoten versehen. Ein Kreuzknoten ist ein flacher, gerader Knoten, der eigentlich aus zwei Knoten besteht: Zunächst wird ein Knoten in Spiralknotentechnik gemacht, im Anschluss werden die Stränge noch einmal in die andere Richtung verschlungen (siehe Abb. 4: Kreuzknoten). Jetzt wieder leicht – nicht zu fest – anziehen. Nach Wunsch lässt sich nun pro Strang eine Holzperle auf die Trägerfäden (das sind die mittleren Fäden) auffädeln oder direkt mit einem oder mehreren Kreuzknoten fortfahren. Mit den übrigen beiden Strängen ebenso verfahren. Dabei darauf achten, die Knoten auf die exakt gleiche Höhe zu setzen. Nun ist der obere Teil der Blumenampel schon fertig! 

Abbildung 2
Abbildung 3
Abbildung 4
Abbildung 5

Im nächsten Schritt müssen die Stränge gekreuzt werden, damit die Vase Halt findet. Dafür nehmen wir die rechten beiden Fäden von einem Strang und die linken beiden Fäden vom nächsten Strang. Diese vier Fäden sind nun unser neuer Strang, der wiederum mit einem Kreuzknoten versehen wird. Dafür ziehen wir den Strang glatt nach unten und verknoten ihn in etwa 12 Zentimeter Abstand zum letzten Knoten wieder in der Kreuzknotentechnik. Das wiederholen wir auch mit den anderen Strängen rundum. Wichtig ist es auch hier, auf die gleiche Knotenhöhe zu achten.

Genau so müssen wir die Stränge nun noch zwei weitere Male verkreuzen, damit eine Art Netz entsteht. Es werden noch zwei Runden Kreuzknoten mit je etwa fünf Zentimeter Abstand zum vorherigen angebracht (je nach Höhe des Gefäßes).

Dabei sollte das Gefäß, das aufgehängt werden soll, bereitliegen Die letzte Knotenreihe wird nämlich etwa auf Höhe des Bodens des Gefäßes angebracht (siehe Abb. 5: Finalisierung).

Am Ende nehmen wir alle Stränge wieder zusammen. Ich messe vom letzten Knoten den Radius des Gefäßes und nehme die Stränge erneut mit einem Wickel-

knoten in etwa fünf Zentimeter Länge (siehe Abb. 1: Wickelknoten) zusammen. Festziehen und Fäden auf etwa 20 Zentimeter kürzen. Das Gefäß kann nun in die Mitte des entstandenen Netzes gesetzt werden und die Ampel ist fertig!

Ob als Hänge-Blumentopf, als Indoor-Vase für Schnittblumen oder mit einer Kerze als Windlicht auf dem Balkon – dieses Makramee-Schmuckstück wird Ihnen bestimmt viel Freude machen! 

Natürlich sind auch beim Knoten der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wer die nötigen drei Knotentechniken erst einmal beherrscht, kann nach Herzenslust variieren, längere Spiralen, mehr Kreuzknoten oder auch Perlen einbringen. Und wer es bunt mag, nimmt einfach farbiges Garn.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Dekorieren!

Sarah

Mein Name ist Sarah Renziehausen, ich bin freiberufliche Designerin und lebe in der schönen Stadt Hamburg. Seit ein paar Jahren schreibe ich den Blog feiertaeglich.de. Hier bin ich ständig auf der Suche nach den kleinen und großen Glücksmomenten im Alltag. Meine Leidenschaft für DIY, gutes Essen, Fotografie und Styling darf sich auf dem Blog frei ausleben – immer ganz nach dem Motto „Es gibt jeden Tag etwas zu feiern.“ Sind Sie dabei?
Sarah Renziehausen
feiertaeglich.de
Instagram: @feiertaeglich

Keine Lust auf Knoten-Kunst? Ich habe für meravis auch Dip-Dye-Kerzen hergestellt. 

Die Video-Anleitung dazu gibt’s hier: LINK

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